IVAA Ingenieurverbund Abwasser Abfall - Marktplatz für Abwasser und Abfalltechnik
 

Etappe 2: Die Grobanalyse


In dieser Phase können dieHauptansatzpunkte für Energieoptimierungen identifiziert werden. Erforderlich ist zunächst eine Zusammenstellung der wesentlichen Anlagendaten.

Dann wird der Stromverbrauch im Ist-Zustand möglichst detailliert ermittelt und anhand von spezifischen Kennwerten für den Stromverbrauch einzelner Anlagenteile und Aggregate bewertet. ). Dabei ist es sinnvoll, zunächst die einzelnen Behandlungsstufen insgesamt zu betrachten und sich dabei schwerpunktmäßig auf die biologische Stufe, die Pumpwerke und die Schlammbehandlung als Hauptverbraucher zu konzentrieren.

Folgende Fragen sind bei der Grobanalyse hilfreich:

  • Welche besonderen, vorgegebenen oder veränderbaren Randbedingungen gibt es (z.B. im Kanalnetz, topographische Zwänge, etc.) ?
  • Geht es um das ganze Verfahrensschema oder nur um Verbesserungen im Betrieb?
  • Fällt eine Reinigungsstufe völlig aus dem Rahmen der üblichen Werte oder gibt es sonstige Einzelverbraucher (z.B. Pumpwerke), die den Stromverbrauch stark beeinflussen?
  • Ist die Kläranlage ganz oder in Teilen unter- bzw. überbelastet und gibt es Möglichkeiten dies zu ändern (z.B. Außerbetriebnahme von Becken, Vorbehandlung bei Industrie)?

Meist ergeben sich in dieser Phase bereits die wichtigsten Weichenstellungen für das weitere Vorgehen. Daher sollte die Grobanalyse das Gesamtsystem sehr umfassend betrachten. Das Ergebnis dieser Diagnose ist zunächst eine Liste von Anlagenteilen mit erhöhtem Stromverbrauch und sonstige Auffälligkeiten, die den Energieverbrauch beeinflussen.

In einem zweiten Schritt wird für diese identifizierten Schwachstellen anhand von Checklisten überprüft, ob und wenn ja mit welchem Aufwand möglicherweise eine Verbesserung zu erzielen ist. Sofern das in diesem Stadium schon möglich ist, resultieren daraus:

  • Sofortmaßnahmen, die entweder in Änderungen der Betriebsweise oder kleineren Ergänzungen bzw. Umrüstungen der vorhandenen Aggregate bestehen können.
  • Vorschläge zur Nachrüstung bestehender Anlagen (z.B. mit MSR-Technik) oder dem Ersatz ineffizienter Aggregate, soweit die Investitionen nicht aus dem laufenden Etat für Instandhaltung finanziert werden können.
  • Vorgaben für die nächsten größeren Umbauten und Verfahrensänderungen an der Anlage sowie für Maßnahmen im Umfeld (Kanalnetz, Indirekteinleiter etc.).