Fremdwassermessung, Fremdwassermessungen, Messung von Fremdwasser, Bestimmung von Fremdwasser in Kanalsystemen
iat - Ingenieurberatung für Abwassertechnik Darmstadt
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Aufgabenstellung:
Die Ableitung von Fremdwasser und seine Mitbehandlung in Kläranlagen stellt für viele Kommunen einen erheblichen Kostenfaktor dar, der vielfach nicht klar genug erkannt wird: Größere oder zusätzliche Regenüberlaufbecken, Instandsetzungskosten für überdimensionierte Kläranlagen, höherer Energie- und Chemikalienverbrauch, sowie höhere Abwasserabgaben sind vielfach die direkten Folgen eines zu hohen Fremdwasseranteils. Durch die herkömmliche Überwachung der Kanalnetze mittels TV-Befahrung ist eine Quantifizierung der Fremdwasserquellen nicht zuletzt wegen der starken saisonalen Schwankungen nicht möglich. Die Installation fester Durchfluß-Messeinrichtungen im Kanalnetz erfordert dagegen einen sehr hohen finanziellen Aufwand. Es gibt jedoch preiswertere Methoden, die eine genaue Lokalisierung von Fremdwasserquellen und eine quantitative Bestimmung des Fremdwasser-Ursprunges in Abhängigkeit der verschiedenen Jahreszeiten ermöglichen.
Messverfahren:
Hierbei handelt es sich um eine mobile Messeinrichtung, die nach der Verdünnungsmethode eine hohe Messgenauigkeit mit sehr flexiblen Anwendungsmöglichkeiten kombiniert. Das Messprinzip beruht auf einer Auswertung der Verdünnung einer Standardlösung, die über eine Leitfähigkeitsmessung erfasst wird. Pro Messtag können bei guter Vorbereitung problemlos mehr als 20 Messpunkte erfasst werden. Dies ermöglicht folgende Vorgehensweisen:
- Die Messung findet nachts statt, wenn kein Schmutzwasseraufkommen zu erwarten ist und es werden die realen Durchflüsse in den einzelnen Strängen des Kanalsystems ermittelt. Man kann in der Regel davon ausgehen, dass es sich hierbei fast ausschließlich um Fremdwasser handelt.
- Alternativ werden im Vorfeld die zu erwarteten Abwassermengen für die Hauptkanalstränge des zu untersuchenden Gebietes über die angeschlossen Einwohnerzahlen ermittelt, und diese werden mit den tagsüber gemessenen realen Durchflusswerten verglichen.
- In beiden Fällen wird zunächst durch ein grobmaschiges Messraster an den Hauptverzweigungspunkten des Kanalnetzes die Fremdwasserverteilung im Einzugsgebiet erfasst. In den Ortsteilen oder Strängen, die ein deutliches Fremdwasseraufkommen aufweisen, werden dann mögliche Schadstellen sukzessive räumlich eingegrenzt. Bei Bedarf können mehrer Messkampagnen in unterschiedlichen Jahreszeiten vorgenommen werden.
Das Arbeitsprogramm:
- Die Ermittlung des Fremdwasseraufkommens umfasst folgende Schritte
- Auswertung der Kanalnetzpläne und Einwohner- bzw. Einleiterdaten
- Aufschlüsselung der Einzugsgebiete, Indirekteinleiter und rechnerische Bestimmung der Soll-Abwassermengen der verschiedenen Kanalabschnitte aufgrund des Trinkwasserverbrauchs
- Auswertung vorhandener Unterlagen über den Zustand des Kanalnetzes
- Planung einer Messkampagne mit Durchflussmessgeräten zur quantitativen Bestimmung des tatsächlichen Trockenwetterabflusses, ggf. Vor-Ort-Analysen und Probenahmen für Labor-Untersuchungen,
- Durchführung der Messkampagne
- Auswertung der Ergebnisse und Abgleich mit Plausibilitätskontrollen
- Beschreibung möglicher Ursachen und Definition von Sanierungsmaßnahmen
- Wirtschaftlichkeitsanalyse der Maßnahmen und Festlegung einer Prioritätenliste unter Berücksichtigung wasserrechtlicher Vorgaben
Vorteile für den Auftraggeber
- Schnelle, preiswerte Lokalisierung und Quantifizierung der Fremdwasserquellen
- Schaffung realistischer Eingangsparameter für die RÜB-Bemessung (z.B. SMUSI)
- Nutzung von erheblichen Einsparpotentialen bei der Abwasserabgabe, oftmals mit relativ niedrigen Investitionen
- Nutzung von Spezialkenntnissen und Erfahrungen aus vergleichbaren Aufträgen
zusätzliche Informationen über die Fremdwassermessung