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Lohnt sich Energiesparen auf Kläranlagen?


Gesamtstromverbrauch
1991 verbrauchten die deutschen Kläranlagen ca. 4.2 Milliarden kWh Strom bei einem mittleren spezifischen Verbrauch von 35 kWh/(EW.a). Das war etwa 1 % des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland. Bezogen auf den Stromverbrauch der öffentlichen Einrichtungen in den Gemeinden ist dies immerhin ein Anteil von rund 20 %. Seither ist durch weiter verbesserte Reinigungsleistung (Nährstoffelimination) und Ausbau der Abwasserbehandlung in den neuen Bundesländern der Anteil noch deutlich gestiegen.

Gesamteinsparpotential
Eine durchaus realistische Verminderung des Energieverbrauchs um im Mittel 10 kWh/(EW.a) in den Kläranlagen würde in Deutschland eine Dauerleistung von rund 500 MW (als Primärenergie) sparen.

Reduzierung von CO2-Emissionen
Ausgedrückt in CO2-Emissionen entspricht dies einer möglichen Einsparung von 700.000 t/a bei gleichzeitiger betriebswirtschaftlicher Rentabilität. Damit wäre z.B. in diesem Bereich das CO2-Reduktionsziel von 25 % ohne zusätzlichen finanziellen Aufwand sogar übererfüllt. Weitergehende Maßnahmen sind natürlich denkbar. Allerdings steigen dann die erforderlichen Investitionskosten deutlich an, so daß dies meist nur im Rahmen einer mittel- bis langfristigen Strategie realisierbar ist.

Kostenersparnis
In absoluten Zahlen sind dies bei großen Kläranlagen (> 100.000 EW) 2 bis 4 EUR/(EW*a) und bei kleineren Anlagen 5 bis 10 EUR/EW*a. Für die gesamte Bundesrepublik addiert sich dies auf etwa 0,5 Milliarde EUR/a. Die letzte Zahl verdeutlicht, daß trotz der relativ kleinen Beträge im Einzelfall die volkswirtschaftliche Relevanz dennoch gegeben ist.