IVAA Ingenieurverbund
Energieoptimierung
Fremdwasser
ATV Richtlinie
Wieviel Energie wird wo verbrauchtGesamtstromverbrauch
Beim Gesamtstromverbrauch zeichnet sich nach allen aktuellen Erhebungen bei größeren Anlagen ( > 20.000 EW) ein mittlerer spezifischer Stromverbrauch von etwa 30 kWh/EW.a bei einer Streubreite von etwa 15 bis 60 kWh/EW.a ab. Die Werte können alerdings bei kleineren Anlagen noch wesentlich höher liegen. Deutliche Unterschiede ergeben sich vor allem zwischen Anlagen mit bzw. ohne Schlammfaulung, da die energetische Nutzung des Faulgases einen wesentlichen Vorteil für die Energiebilanz bringt. So ist beispielsweise eine Energieautarkie ohne Faulgasnutzung kaum denkbar.Kraft-Wärme-Kopplung
Die genannten Werte beim Stromverbrauch beziehen sich immer auf den Gesamtverbrauch einschließlich Eigenerzeugung. Sind Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (BHKW) vorhanden, werden durchschnittlich 40 %, in Einzelfällen bis zu 80 % des Bedarfs selbst erzeugt. Wärmebedarf
Der Wärmebedarf liegt bei Anlagen mit Schlammfaulung in einer ähnlichen Größenordnung wie der Strombedarf (knapp 30 kWh/EW). Die meiste Wärme wird für die Aufheizung des Mischschlammes (Primärschlamm aus der Vorklärung und Überschußschlamm aus der biologischen Stufe) benötigt (60 bis 80 % des gesamten Wärmebedarfs). Hier ist die Art der Überschußschlamm-Eindickung ein entscheidender Punkt. Wird eine maschinelle Voreindickung eingesetzt, so ist praktisch immer ein Wärmeüberschuß gewährleistet.Abwärme und Wärmeüberschuß
Umgekehrt steht Abwärme aus der Verbrennung von Faulgas und relativ warmem Abwasser und Schlamm zur Verfügung. In aller Regel gibt es auf Kläranlagen selbst im Winter einen Wärmeüberschuß, der teilweise sogar mit Notkühlern abgeführt werden muß. Diese Abwärme könnte extern genutzt werden. |